Montag, 13. November 2017

Buch Berlin

Hallo Ihr Lieben!

Seit heute ist es offiziell. Ihr findet den Dead Soft Stand auf der Buch Berlin Messe vom 25. bis 26. November 2017 mit der Standnummer 58 im Bereich "Liebe und Erotik". 





Ich freue mich darauf, Euch dort zu treffen :-) 

Des weiteren hat der Verlag heute die Autorenstandzeiten bekannt gegeben. Mich könnt Ihr Sonntag zwischen zehn und zwölf Uhr am Stand antreffen. Ich werde aber das ganze Wochenende da sein und herumwuseln. ;-)
Sprecht mich gerne an! Ich beiße nicht :-) 

Für alle, die meinen Paragraphenreiter während meiner offiziellen Zeit am Stand erwerben, habe ich ein kleines Goodie - Paket vorbereitet. Also kommt vorbei!


So, aber nun zu den Zeiten in Bild und Schrift. Es sind viele liebe und tolle Autoren da. :-) 




Wir sehen uns! 

Liebe Grüße

Montag, 6. November 2017

Buch Berlin und Buttonwahn

Hallo zusammen!

Es wird mal wieder Zeit für ein Update 😎
In drei Wochen ist es soweit und die Buch Berlin findet statt. So wie alle anderen Autoren und Besucher, mache ich mir natürlich auch Gedanken und bereite vor. So habe ich zum Beispiel zwei Sorten Buttons bestellt. Die ersten sind Samstag geliefert worden, die zweite Sorte trifft diese Woche ein. Ich freue mich schon auf's verteilen und tauschen 😉 Sprecht mich gerne an in Berlin! 

Des weiteren darf ich verkünden, dass das Skript vom #schattenreiter Ende Oktober zum Verlag gegangen ist 😄 Ihr werdet also, sofern ihr das wollt, in absehbarer aber nicht näher definierter Zukunft, meinen kleinen Raben kennenlernen und euch auf ein Wiedersehen mit Flo und Mathias freuen können!



Dienstag, 3. Oktober 2017

#Charaktersofseptember (Fragen 28 - 30)

L: „Ihr Lieben, das Essen war wirklich super! Vielen Dank nochmal für die Einladung. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass es so gut schmecken würde.“

F: „Danke, dass du gekommen bist. Und nochmal Entschuldigung, weil wir Samstag so kurzfristig abgesagt haben.“

L: „Nicht so wild. Es hat ja doch noch geklappt.“

M: „Stimmt. Aber wir müssen dir was beichten.“

L: „Oh, was denn? Jetzt bin ich neugierig.“

M: „Der Grund, warum es hier so kalt war vorhin. Wir hatten alle Fenster aufgerissen, weil uns das Essen angebrannt war. Das, was du als lecker bezeichnet hast, kommt vom Spanier im Nachbarort.“

L: (Lacht laut und wischt sich die Tränen aus den Augen.) „Ich weiß, ich habe euer Auto vorhin da stehen sehen.“

F: „Du hast es gewusst? Und dann lässt du uns hier den ganzen Abend ... Warte. Hast du deshalb die ganze Zeit wissen wollen, wie wir dieses und jenes zubereitet haben?“

L: „Wie war das jetzt mit eurer Hochzeit?“

M: (Spuckt sein Wasser über den Tisch.) „Was?“

L: „Ach, kommt schon.“

F: (Zu Mathias) „Kein Wort!“ (Zu mir) „Okay. Wir sind quitt. Wir einigen uns darauf, dass wir alle unsere kleinen Geheimnisse haben.“

L: (Atmet geräuschvoll aus.) „Einverstanden. Bevor ich jetzt aber noch ein Glas Wein trinke, lasst uns bitte die Fragen zu Ende beantworten.“

M: „Okay. Leg los.“

L: „Welche schlechte Angewohnheit möchtest du gerne los werden?“

M: „Ich weiß nicht, ob die Angewohnheit schlecht ist oder nicht, aber ablegen würde ich gerne meine nächtlichen Kühlschrankplündereien. Ich bekomme immer so hunger nach dem ... na du weißt schon. Florian schafft es, dass ich mich total verausgabe und dann bekomme ich hunger. Aber ich esse dann nichts richtiges, sondern Schokolade oder Weingummi. Vielleicht würde es schon helfen, mal einen Jogurt zu nehmen.

F: „Eiweiß auffüllen?“

M: „Du bist unmöglich“ (lacht)

L: „Wenn du eine Sache ändern könntest, was wäre das?“

M: „Ich würde mehr Jogurt kaufen.“

L: „Und im ernst?“

M: „Auf mich bezogen – ich würde nichts ändern wollen. Es ist alles perfekt so, wie es ist. Allgemein bezogen – ich wüsste nicht, wo ich anfangen soll. Klima, Krieg, Hunger – es gibt so viele Themen.“

L: „Das stimmt, da kann man sich gar nicht entscheiden. Aber es freut mich, dass ihr zwei so Glücklich seid.“

F: „Das sind wir und es wird mit jedem Tag besser.“

L: (Wischt sich ein Tränchen aus dem Augenwinkel.) „Das höre ich gerne. So, wir sind bei der letzten Frage angelangt. Mathias. Wofür kämpst du oder anders, wofür setzt du dich ein? Welche Ziele hast du?“

M: „Schwer. Ich kämpfe für Gleichberechtigung. Jeden Tag und an allen Fronten. Mir begegnen so viele Ungerechtigkeiten jeden Tag, dabei müsste das gar nicht sein. Wir sind alle Mensch. Egal welches Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Sexualität jemand hat. Wir sind alle Menschen und keiner davon ist mehr oder weniger wert als jemand anderes. Ob man dahingehend Ziele angeben kann? Eher nicht. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, aber ich werde nicht müde.“

L: „Das wars schon! Wie hat es dir denn gefallen? Hast du ein Fazit?“

M: „Ich fand es sehr aufschlussreich, in vielfacher Hinsicht. Über manche Fragen habe ich vorher nie wirklich nachgedacht. Man lernt doch noch einiges über sich selbst. Mein Fazit wäre – es hat uns verdammt gut getroffen und ich bin froh und dankbar dafür.

L: „Ein schönes Schlusswort. Ich danke dir sehr für deine ehrlichen Antworten. Vielleicht sehen wir uns ja bald wieder?“

M: „Du weißt, dass es so ist. (lacht)

L: „Du hast recht. Also verabschieden wir uns jetzt bis demnächst bei allen und trinken noch gemütlich ein Glas Wein zusammen.

Samstag, 30. September 2017

Nachtschicht

Heute Nacht das kleine aber feine Wort 'ENDE' unter meinen #schattenreiter geschrieben. ❤
Knapp 103k sind es geworden und der Epilog fehlt noch.
Ich freue mich total darüber und kann es kaum erwarten, in die Überarbeitung zu gehen 😄
Aber jetzt erstmal ein paar Tage das Skript ruhen lassen. Meine Familie, mein Haushalt und mein Kopf werden es mir danken 😉

Mittwoch, 27. September 2017

#Charaktersofseptember (Fragen 20 - 27)

L: „Hallo Mathias, schön dich zu sehen.“

M: „Selber Hallo. Ich dachte, ich komme mal vorbei. Mein Abschied letztes Mal war ja sehr spontan.“

L: „ Mach dir keine Gedanken. Ist denn zwischen Euch alles geklärt?“

M: „Ja, ist es.“

L: „Magst du uns etwas dazu verraten?“

M: „Nicht ein Wort.“ (Lacht dabei)

L: „Du weißt aber schon, dass ich alles raus bekomme?“

M: „Ja, das ist mir und uns bewusst. Wir sagen es trotzdem nicht, ehe wir es nicht sagen wollen.“

L: „Ich lese gerade zwischen den Zeilen. Ist es das, was ich vermute?“

M: „Du sollst schreiben, und nicht lesen. Wie siehts aus. Sollen wir weiter machen?“

L: „Charmant wie eh und je. Ja, gerne. Magst du Haustiere? Wenn ja, welche und wenn nein, warum nicht?“

M: „Ich mag Haustiere. Sehr sogar. Und wenn, dann würde ich mir einen Hund zulegen wollen. Florian hat ja einen Hang zu großen Hunden, die gelistet sind. Und aus dem Tierheim müsste er sein. Da es mir nicht so sehr auf die Rasse ankommt, würde ich mich ihm da anschließen. Wir sind uns aber beide einig darüber, dass es für uns keinen Sinn macht. Zum einen, weil wir in der Stadt leben und die Tiere auslauf brauchen. Stelle ich mir zwischen parkenden Autos nicht so spannend vor. Und wir sind ja beide ständig unterwegs. Und wenn du voll berufstätig bist, gerät so ein Tier schnell mal in die Schublade „Belastung“, und das möchten wir nicht. Das haben weder Mensch noch Tier verdient.“

L: „Da ist sehr viel Wahres dran. Ich würde gerne nochmal zurückkommen, auf deine Kindheit. Wie war die so?“

M: „Meine Kindheit war sehr glücklich, das kann ich nicht anders sagen.“

L: „Schön zu hören. Oh, das ist ja eine Überleitung jetzt, aber gut, es steht hier so. Was war das Geheimste, das du je zu jemandem gesagt hast?“

M: „Das ist noch gar nicht so lange her. Da habe ich einer neugierigen Autorin die Frage beantwortet, was so geheim wäre, dass ich es noch niemandem gesagt habe. Ich schätze, das ist dann jetzt die Antwort auf diese Frage.“

L: „Das macht durchaus Sinn. Und du möchtest uns nicht noch ein bisschen davon erzählen?“

M: „Nein, möchte ich nicht.“

L: „Verstanden. Dann weiter. Sag uns doch bitte, wie war dein erster Kuss?“

M: „Feucht und glitschig. Es war mit einer Klassenkameradin. Ich war zwölf oder dreizehn. Es fühlte sich an, als hätte ich einen Waschlappen im Mund.“

L: „Ich weiß was du meinst. Diese Erfahrung hat wohl jeder von uns schon mal gemacht. Was war denn das schrecklichste, das du jemandem angetan hast, den du liebst?“

M: „Ich habe ihn verlassen. Ich wusste, was ich Flo damit antue, wenn ich gehe, aber in dem Moment, habe ich mein Wohl über seins gestellt. Mancheiner würde sagen, das war egoistisch. Aber so wie die Dinge lagen, konnte es nicht weiter gehen. Klar, ich wusste, worauf ich mich einlasse, und ich habe auch Verständnis dafür gehabt. Aber dann habe ich gesehen, wie es sein könnte. Das waren Welten! Flo der Richter, und Flo im Urlaub. Wenn du das einmal gesehen hast, dann willst du einfach nicht mehr darauf verzichen. Ich weiß noch genau, wie er damals ins Zimmer kam. Er hat sich die Schuld gegeben für meinen Zustand und noch weiter Dicht gemacht. Da konnte ich nicht anders handeln, oder ich wäre selbst dabei auf der Strecke geblieben.“

L: „Schämst du dich dafür? Oder anders gefragt. Wofür schämst du dich am meisten, wenn du an die Vergangenheit denkst?“

M: „Nein, dafür schäme ich mich nicht. Denn ohne dieses klärende Gewitter, wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Ich schäme mich höchstens für die Art und Weise, wie dieses Gespräch verlaufen ist. Ich hatte in dem Moment vergessen, was es für Flo bedeutet hat, überhaupt zu mir zu kommen und was es für ihn für ein Schock gewesen sein muss, mich so zu sehen, an diesem Ort. Das würde ich im Nachhinein anders machen. Aber das ändert nichts an den Tatsachen und den Gefühlen, die ich damals hatte.“

L: „Auf was bist du denn stolz, wenn du an die Vergangenheit denkst?“

M: „Darauf, dass ich den Mut hatte, einen Neuanfang zu starten. Ich war am Boden und in einer Spirale gefangen. Daraus auszubrechen war nicht leicht. Aber ich habe es getan, und es hat sich als gut erwiesen.“

L. „Wann hast du denn das letzte Mal geweint. Und warum?“

M: „Puh, da muss ich überlegen. Ich glaube, das müsste auch zur Zeit der Trennung gewesen sein. Danach könnte ich mich jetzt nicht erinnern, dass es dafür einen Grund gegeben hätte. Wir sind schließlich glücklich miteinander. Es sei denn, Zwiebeln schneiden zählt auch?“

L: „Das ist nicht genau definiert. Ich lasse mal beide Varianten stehen.“

M: „War mir klar. Du, ich muss leider wieder los. Ich wollte dich auch nur Fragen, ob du Lust hast, mal zu uns zu kommen?“

L: „Natürlich. Gibt es einen besonderen Anlass für diese spontane Einladung?“

M: „Du kannst es nicht lassen, oder? (Lacht) Nein, es gibt keinen besonderen Anlass. Es sei denn, für uns das Versuchskaninchen zu spielen, ist etwas besonderes für dich.“

L: „Wie bitte?“

M: „Flo und ich haben einen Kochkurs zusammen gemacht und nun brauchen wir Opfer, die unserer Kreationen versuchen. Bist du mutig genug?“

L: „Ich sag mal so. Ich komme gerne vorbei und bin offen für alles. Mehr kann ich nicht versprechen.“

M: „Das reicht uns Wir sehen uns dann Samstag.“

L: „Bis Samstag. Wenn ich was mitbringen soll, schreib mir eben eine Nachricht.“

M: „Wird gemacht!“

Montag, 18. September 2017

#Charaktersofseptember (Fragen 16 bis 19)

L: „Mathias! Was machst du denn hier? Heeyyy...“

M: (Stürmt an Autorin vorbei und bleibt mit Händen in den Seiten abgestützt in der Küche stehen.) „Das hat ja super funktioniert!“

L: (Ist misstrauisch) „Was meinst du?“

M: „Das Interview. Florian hat es gelesen und ist stink sauer auf mich.“

L: „WAS? Aber warum denn? Du hast doch nichts Schlimmes gesagt.“

M: „Seiner Meinung nach schon. Ich zitiere: Ist das dein ernst? Das ist ja wohl der schlechteste Heiratsantrag aller Zeiten! Und wie kommst du auf das schmale Brett, dass ich das nicht wollen würde? Meinst du vielleicht, die Ringe, die mir seit Wochen ein Loch in die Tasche brennen, sind da mittels Thelepatie hingekommen?“ Er war außer sich und du bist Schuld!“

L: „Ich? Moment. Das lasse ich so nicht auf mir sitzen. Wir hatten von Anfang an gesagt, dass alle Antworten freiwillig sind. Und darüber hinaus – ich erkenne gerade das Problem nicht. Er will dich doch anscheinend auch heiraten. Oder zumindest sich mit dir verloben. Worüber regt er sich jetzt genau auf?“

M: „Das kannst du ihn mal schön selber fragen, denn ich weiß es nicht. Er wirft mir ja vor, der Antrag wäre mies gewesen. Ich hab ihm doch gar keinen gemacht! Wenn ich das getan hätte, hätte er nämlich nichts daran auszusetzen gehabt, da kannst du dir sicher sein. Andererseits hat er ja selber schon Ringe gekauft. Kann also gut sein, dass er sauer ist, weil er mir einen Antrag machen wollte und jetzt meint, ich hab ihm seinen ruiniert mit meinem angeblichen schlechten. Das ist doch alles ein Witz.“

L: (Ich muss grinsen)

M: „Was gibts da zu lachen? Ich finde das garde überhaupt nicht lustig.“

L: „Ich schon. Tut mir leid, aber tut mir nicht leid. Ihr zwei ... (kichert). Wenn ihr euch nicht ab und zu in die Haare bekommt, seid ihr auch nicht glücklich, oder?“

M: „Das stimmt nicht so ganz. Obwohl ... die Versöhnung danach ist immer ... Moment. Du meinst, er hat den Streit absichtlich vom Zaun gebrochen?“

L: „Ich meine gar nichts. Ich finde es nur ein bisschen übertrieben, sich wegen so etwas in die Wolle zu bekommen. Mal als unparteiischer dritter –  Du willst ihn heiraten und er dich. Ihr habt also beide jetzt die Sicherheit was das angeht. Macht was draus. So, und nun, wo du schon mal hier bist – hinsetzen. Frage 16. Hast du einen besten Freund oder eine beste Freundin? Beschreib sie uns doch bitte.“

M: (Setzt sich grummelnd an den Tisch). „Ja, ich habe einen besten Freund. Das ist neben Florian, Jörn. Er ist einer der Bekloppten und lebt mit seinem Bruder Raik auch hier in Köln. Und die beiden sind wiederum die jügeren Brüder von Hauke, dem besten Freund von Flo. Bisschen kompliziert, aber wir sind eine Familie. Damals, als Flo nicht aus dem Schrank kommen konnte, war er mir eine Stütze. Er ist Therapeut und hat ein wirklich gutes Gefühl für Menschen. Er hört nicht nur das, was die Leute ihm sagen, sondern besonders das, was sie nicht sagen. Zu ihm habe ich den besten Draht. Wenn ich ihn jetzt beschreiben soll – Paradiesvogel. Er ist bunt, schrill und extrovertiert. Außerdem ist er ein positiver Mensch. Da kann es dir noch so dreckig gehen - er findet etwas positives an jeder Situation. Ich habe noch nie erlebt, dass es anders war.

L: „Das klingt wirklich schön. Solche Freunde sind selten. Wie sieht denn dein übriger Freundeskreis aus?“

M: „Ausgedünnt. Ich habe noch Freunde im Sauerland, aber da muss sich nun über die Dauer erst zeigen, in wie weit diese Freundschaft bestand hat. Über die Jahre habe ich mich bei ihnen nicht mehr als "ich" gegeben. Habe mich selber zurück genommen. Das ist nicht primär ihre Schuld, auch meine. Jetzt müssen wir gucken, wie es funktioniert, wenn wir alle uns neu sortieren. Ich bin da aber guter Dinge. Abgesehen davon lernt man immer wieder neue Leute kennen, und ich glaube, dieser Polizist, der neuerdings häufiger mit uns rum hängt, könnte auch ein neuer werden. Wir werden sehen.

L: „Was ist dir denn bei Freunden besonders wichtig?“

M: „Loyalität. Bekomme ich mit, dass hinter meinem Rücken über mich geredet wird oder mir jemand in den Rücken fällt, ist Feierabend. Es passiert immer mal, dass man Mist baut. Aber dann erwarte ich von meinen Freunden, dass sie mir das sagen. Ich halte es genauso. Muss man abkönnen.

L: „Was magst du denn bei anderen überhaupt nicht?“

M: „Oberflächlichkeit“

L: „Magst du das näher erklären?“

M: „Ich glaube, das muss man nicht näher erklären. Hinter jedem Menschen und hinter jeder Laune, steckt eine Geschichte. Entweder man packt die Menschen in eine Schublade und macht sie zu, oder man macht sich die Mühe und versucht zumindest, hinter die Fassade zu schauen. Gelingt auch mir nicht immer, aber ich arbeite ständig daran.“

L: „Wie sieht es mit – oh, warte mal kurz. Es hat geklingelt.“

M: „Ich denke, wir wissen alle wer da vor der Tür steht. Mach dir keine Mühe. Ich gehe direkt mit ihm mit. Es gibt Sachen, die müssen wir alleine klären.“

L: „Schade, aber in diesem Fall in Ordnung. Sehen wir uns die Tage?“

M: „Ja, sicher. Ruf einfach an. Tschau.“

L: „Tschüss.“

Freitag, 15. September 2017

#Charaktersofseptember (Fragen 10 - 15)

L: „Guten Morgen, Mathias!“

M: „Guten Morgen. Können wir gleich anfangen?“

L: „Natürlich. Warum so eilig?“

M: „Mister Neugier kommt gleich zurück, und ich möchte die erste Frage lieber beantwortet haben, bevor er da ist.“

L: „So schlimm?“

M: „Schlimmer. Seit du das letzte Mal hier warst, fragt er mich dauernd, was ich für Geheimnisse vor ihm habe. Es nervt langsam.“

L: „Verstanden. Dann schnell. Hast du ein Geheimnis, von dem niemand etwas weiß?“

M: „Nicht im Sinne von, ich habe mal einen Lutscher geklaut oder sowas. Es ist eher ... ich denke in letzter Zeit, und gerade nach der Eheöffnung schon daran, ob wir es nicht offiziell machen sollten. Ich traue mich aber nicht, das Thema anzusprechen. Wir sind im Grunde beide nicht die Typen dafür. Trotzdem wäre es schön, verstehtst du? Ich sage ja schon hin und wieder aus Versehen, mein Mann statt mein Partner. Das ist er auch, also mein Mann, aber eben nicht vor dem Gesetz.“

L: „Oh, wow! Das finde ich toll! Hast du denn vor mit ihm darüber zu reden? Oder willst du das komplett für dich behalten?“

M: „Spätestens, wenn er dein Interview liest, weiß er es eh und dann werde ich ja merken, wie er reagiert.“

L: „Auch wieder wahr. Berichtest du uns dann das nächste Mal davon?“

M: „Wir werden sehen. Mach erstmal weiter.“

L: „In welche Gesellschaftsschicht bist du hinein geboren worden?“

M: „Mittelstand. Mein Vater ging immer Vollzeit arbeiten. Er ist Abteilungsleiter in einem Matellverarbeitenden betrieb. Im Sauerland, wo ich geboren und aufgewachsen bin, hat die Lampenindustrie ihren Hotspot, wenn man so will. Er hat noch Gürtler gelernt damals, ein inzwischen fast ausgestorbener Beruf. Jetzt ist er für die Qualitätskontrolle zuständig. Meine Mutter arbeitet halbtags als Bürokraft bei einem Steuerberater. Wir haben ein Haus und mir hat es an nichts gefehlt, aber reich sind wir auch nicht.“ (lacht)

L: „Wie groß ist denn deine Familie?“

M: „Nicht so groß. Der engste Kern sind meine Eltern und ich. Ich bin Einzelkind. Dann gibt es noch meine Oma mütterlicherseits und eine Tante. Cousinen oder Cousins habe ich nicht.“

L: „Was bedeutet dir denn deine Familie? Habt ihr engen Kontakt?“

M: „Meine Familie bedeutet mir alles. Sogar so viel, dass ich damals unter anderem wegen ihnen nach Hamburg gegangen bin. Ich hatte das Gefühl, dass sie zwar hingenommen hatten, dass ich, als ihr einziger Sohn schwul bin, es aber nicht akzeptiert hatten. Ich wollte nicht, dass sie irgendwann aufwachen und merken, dass ich wirklich keine Frau mit nach Hause bringen werde und anfangen, mich dafür zu hassen. Im nachhinein, total bescheuert. Aber gerade nach der Geschichte mit Martin, war die Belastung zu diesem Thema für meine Eltern auch sehr hoch. Wir brauchten alle etwas Luft zum Atmen. Sie, um nicht immer und überall ihren Sohn verteidigen zu müssen, und ich, um ich selbst sein zu können. Mich nicht mehr zurückhalten zu müssen.“

L: „Wer war denn deine Bezugsperson für dich. Als Kind.“

M: „Das war wohl meine Mutter. Schon alleine, weil sie diejenige war, die immer zu Hause gewesen ist, wenn ich mit aufgeschlagenen Knien kam. Oder weil sie es war, dir mir gesagt hat, ich hätte im Sommer bitte grundsätzlich durch den Keller rein zu kommen, damit sie nicht einen ganzen Sandkasten im Haus verteilt hätte.“ (grinst verschmitzt)

L: „Wirklich? Also hattest du anscheindend eine wirklich glückliche Kindheit.“

M: „Ja, das hatte ich. Ich könnte mir keine bessere vorstellen. Wir haben den See, Wald und Felder hier. Was kann es für Jungs besseres geben?“

L: „Nicht viel, das stimmt schon. Was war denn deine glücklichste Kindheitserinnerung?“

M: „Das ist schwer. Ich glaube das war, als ich in einer Ferienfreizeit war. Drei Wochen an der Ostsee mit meinen Freunden. Und dann, eines morgens, standen meine Eltern plötzlich vor dem Haus um mich abzuholen. Sie wollten mich überraschen. Ich habe mich dann von den anderen Verabschiedet, als sie in den Bus gestiegen sind und bin mit meinen Eltern weiter gefahren. Wir haben uns zwei Wochen lang quer durch Deutschland treiben lassen. Hamburg, Bremen, Berlin, Leipzig, Dresden, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart, München – eben alle großen Städte. Es war toll!“

L: „Das kann ich mir vorstellen. Hast du dich deshalb damals für Hamburg entschieden?“

M: „Unbewusst vielleicht. Aber ich habe nicht nach Stellen explizit in Hamburg gesucht, falls du das meinst.“

F: (aus dem off) „Bin wieder da!“

M: „Wir sind hier, im Wohnzimmer.“

F: „Hallo ihr zwei? Habt ihr schon angefangen?“

L: „Wir sind sogar für heute schon fertig! Ich lasse euch zwei jetzt auch alleine. Ich muss da noch was erledigen. Mathias, vielen Dank für deinen Antworten. Wir sehen uns bald?“

M: „Ja, tun wir. Nächstes Mal kann ich ja wieder zu dir kommen. Du hast im Moment den Hund wieder da, hab ich gesehen. Den will ich besuchen.“

L: (ich muss Lachen) „Du stalkst mein Instagram?“

M: „Aber sicher! Also, nächstes Mal bei dir?“

L: „Nächstes Mal bei mir. Bis die Tage!“